02. November 2004

Come-Upance

Die Metapher zum Tag stammt von Ralf Rangnick, der über seine neue Mannschaft Schalke sinngemäß gesagt hat, daß es schwierig ist, vorne zu fahren wie ein ICE und hinten zu stehen wie die Berliner Mauer. Er hat bei diesem Vergleich die Rechnung ohne Ronald Reagan gemacht, der die Berliner Mauer in Grund und Boden gerüstet hat und später dem Präsidenten als Inspiration diente, dessen Come-Upance ich für heute nacht erhoffe.

Für das Verteidigen im Fußball gibt es kaum interessante Bilder: das Anrühren von Beton paßt vielleicht zu Dick van Burik, er erzielt aber damit eine ähnliche Wirkung wie das Baumaterial selbst bei der Schalldämmung in Neubauten. Eine gute Verteidigung ist wie Treibsand - sie zieht den Gegner hinunter, ohne ihm weh zu tun, sie lockt ihn auf die falschen Wege, sie läßt seine Beine schwer werden, während er sich noch obenauf wähnt.

Heute hat Arsenal gegen Athen wieder ein Match gespielt, das mich mit meinem Idealteam ein wenig hadern läßt: zuerst spekuliert Vieira (diskreter als Rooney neulich, aber auch weniger kaltblütig) auf einen Elfmeter, den er prompt bekommt; dann hält Cygan seinen Betonschädel falsch hin; und dann schießt Reyes auch noch an die Stange.

Arsenal läßt es immer wieder zu, daß Spiele zu seinen Ungunsten durch freak accidents und mean streaks beeinflusst werden - in der einzigen Analogie, die momentan wichtig ist, wäre Manchester United also George W. Bush, und Arsenal ist John Kerry. Mein Weltbild bleibt intakt.

Eingestellt von marxelinho am 2. November 2004.

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