15. März 2019

Grundlinienduell

Nur eine Viertelstunde brauchte Arsenal gestern, um den Rückstand aus dem Hinspiel bei Stade Rennes im Achtelfinale der Europa League aufzuholen: nach fünf Minuten traf Aubameyang zur Führung, und zehn Minuten später legte er einen schönen Kopfball für Maitland-Niles auf. Er war davor allerdings im Abseits gestanden, und damit hatte der Abend auch gleich einen weiteren Akzent.

Denn Stade Rennes hatte sich vor dem Spiel schon verwundert gezeigt, dass Lacazette - eigentlich für drei Spiele gesperrt nach einer Tätlichkeit in Weißrussland im Sechzehntelfinale gegen Bate - plötzlich doch auflaufen durfte, seine Sperre war reduziert worden. Es passte dann irgendwie ins Bild, dass der Franzose, gestern glücklos und übermotiviert, eigentlich alle Voraussetzungen für eine gelb-rote Karte erbrachte, erstaunlicherweise aber nur einmal verwarnt wurde.

Arsenal kontrollierte das Spiel eine Halbzeit lang mit einer Formation, die beinahe vollständig der vom Sonntag gegen ManU entsprach, mit zwei Unterschieden: in der Europa League lässt Emery bisher Cech spielen, der in seiner letzten Saison ist, und nun von einem abschließenden Finale träumt - die Europa League spielt dieses Jahr in Baku um den Titel. Mustafi musste Sokratis vertreten, der nach seinem Ausschluss in Rennes gesperrt war.

In der Formation ergab das eine Doppelspitze, dahinter Özil und Ramsey (Assist zum ersten Tor). Für die restliche Saison von Arsenal wird aber entscheidend sein, dass Maitland-Niles fit bleibt. Er kommt aus dem Nachwuchs und war ursprünglich einmal ein defensiver Mittelfeldspieler, wurde dann aber, noch unter Wenger, ein paar Mal links hinten eingesetzt, und vertritt nun rechts hinten Bellerin. Und zwar sehr gut. Gemeinsam mit dem seit Wochen auffälligen Kolasinac hat Arsenal damit wieder eine beidseitige Dynamik. Alle drei Tore beruhten auf Spielzügen, die bis an die Grundlinie gingen.

Taktisch übrigens alles sehr ähnlich der Grundformation, die Pal Dardai in diesen Wochen bevorzugt, mit leichten Akzenten ganz vorne, und natürlich in der Interpretation: Kolasinac spielt seinen Part wesentlich dynamischer und initiativer als Mittelstädt.

Arsenal hat jetzt zwei Wochen Pause, eine ungewöhnliche Situation ausgerechnet in der heißesten Phase der Saison. Und gerade jetzt stehen viele Vorzeichen auf positiv: die Defensive hat sich unter Führung von Koscielny halbwegs gefunden, Özil ist wieder integriert, Ramsey befindet sich auf einer heroischen Abschiedstournee (er läuft und kämpft unübertroffen), Aubameyang hat seinen Spaß wiedergefunden.

Heute wird das Achtelfinale der Europa League ausgelost, zu den möglichen Gegnern zählt auch die Frankfurter Eintracht, und Slavia Prag, das sich überraschend gegen Sevilla durchsetzte. Wie schon zuletzt wäre Prag mein Wunschgegner.

Eingestellt von marxelinho am 15. März 2019.

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