21. Juli 2018

Sommermärchen


Dieses Bild habe ich vor der Weltmeisterschaft in Gelsenkirchen gemacht. Wenige Wochen nach dem Turnier mit dem unrühmlichen deutschen Abschneiden passt es fast noch besser. Hier dient es mir heute aber als ein Dokument des Übergangs: das alte Fußballjahr ist vorbei, das neue steht unmittelbar bevor. Kommenden Donnerstag spielt in Linz der LASK in einer Qualifikationsrunde für die Europa League gegen Lilleström. Das wird für mich das erste Pflichtspiel der Saison.

Der LASK ist ein Club aus der Stadt, in der ich ins Gymnasium gegangen bin (in Deutschland sagt man, glaube ich: aufs Gymnasium, in Oberösterreich geht man ins Gymnasium so, wie man in Deutschland zur Schule geht - wir sind immer in die Schule gegangen). Meine ersten Fußballmedien waren die Oberösterreichischen Nachrichten und der ORF.

Heute morgen habe ich mit wenigen Klicks den Kader des LASK aus der Saison 1972/73 gefunden, und sofort wird mir ganz seltsam wegen all der Namen (jeder reimt sich auf Madeleine): der Keeper, auf den ich hielt, hieß Schröttner; in der Defensive zählten wir auf Recken wie Kiesenebner, Sturmberger oder Gebhardt (an den gebürtigen Ungarn Barnabas Liebhaber kann ich mich nicht erinnern, dabei ist das ein besonderer Name); das Mittelfeld mit dem Hans Kondert und dem Franz Viehböck hatte Klasse, zudem war damals August (Gustl) Starek beim LASK, was ich jetzt auch nicht gedacht hätte; und dann noch der Sturm: Ernst Knorrek.

Helmut Köglberger, den ich eigentlich erwartet hätte, war damals in Wien tätig und kam dann erst später wieder zum LASK zurück. Er war ein Besatzungskind, dunkelhäutig, der Heli. Geza Gallos, den ich besonders intensiv geliebt habe, kam erst ein Jahr später. Der Brasilianer Chico, den ich nicht so richtig mitbekam, hörte vor der Saison 72/73 auf. So ist also aus dem Angriff dieser Saison nur Knorrek wirklich präsent in meinen Ganglien.

Mit dem LASK werde ich mich in dieser Saison auch ein wenig beschäftigen, dazu kommt der neue Trainer bei Arsenal (wo ich diese Woche die Red Membership verlängert habe, die Röte des Rots meiner Mitgliedschaft besagt dabei nicht mehr, als dass ich die billigste gewählt habe, Platinum wäre auch zu haben gewesen), und dann natürlich die Bewährungsprobe für Pal Dardai: Heuer kann er zeigen, ob er ein Bundesligatrainer mit Perspektive ist.

Das kommt aber dann alles in ein paar Wochen. Als kleinen Vorgeschmack auf meine Rückkehr ins Linzer Stadion (auf die Gugl) habe ich hier ein Matchdokument aus den 1960er Jahren gefunden. Der Lask spielte damit mit einem 5-1-4: Kitzmüller. Pichler - Schreiber - Sturmberger - Szabo - Trubrig. Viehböck. Chico - Köglberger - Liposinovic - Sabetzer.



Eingestellt von marxelinho am 21. Juli 2018.

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